Dienstag, 13. April 2010

Ausflug nach Busan

Nachdem unser letzter 2-tägiger Ausflug nach Gyeong-Ju schon einige Wochen her ist, war es wieder an der Zeit für mich (Peter) sich auf eine Reise zu begeben. Diesmal gings für 3 Tage nach Busan, mit 3,7 Mio Einwohner die zweitgrößte Stadt Südkoreas an die Süd-Ostküste. Das Reiseteam bestand aus Ivan (Tschechien), Roberto (Mexiko) und mir.

Los ging die Reise am Samstag früh morgens mit einer 5 stündigen Zugfahrt. Wer meinen Facebookstatus zu dieser Zeit gesehen hat, konnte bemerken dass es sogar Internetzugang in diesem Zug (für ca €0,30) inkl Minispielkasino für spielsüchtige Koreaner und Karaokekabinen gegeben hat. Ja, ihr habt richtig gelesen.... Karaokekabinen... denn Koreaner sind wirkliche Anhänger des Karaokesingens bzw fanatisch danach. Die Nachfrage nach Karaokebars dürfte so groß sein, dass alleine in Suwon in unmittelbarer Uninähe mehr als 4 davon anzutreffen sind...

Aber nun zurück zu unserem Busanabenteuer: Gleich nach Ankunft schnappten wir uns ausgezeichnetes Info- und Sightseeingmaterial über die Stadt und machten uns auf Herbergssuche. Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei Jeong bedanken, die uns mit hervorragenden Sightseeingtipps über die Stadt versorgt hat. Durch ein wenig Glück konnten wir ein sehr schönes Motel direkt am berühmten Strand Gwangalli Beach ausfindig machen, das uns als perfekte Homebase für den Trip diente. Dieser Strand war gleich ein Highlight unseres Busanausflugs, da dieser sehr schön in die Skyline und angrenzenden modernen Bauten eingebettet war. Besonders hervorzuheben bzw bekannt an diesem Strand ist die Gwangan Brücke, die über das Meer führt und nachts beleuchtet wird und ein beliebtes Ausflugsziel für Romantiker und Pärchen darstellt und auch beeindruckende Fotomöglichkeiten bietet.


Nach einer Fotosession am Strand machten wir uns auf nach Haeundae um den Abend kamott (Copyright Peter, siehe Wörterbuch Kärntnerisch/Deutsch bzw Deutsch/Kärntnerisch) mit Amerikanern und Kanadiern auszuklingen, die wir zuvor in Busan kennengelernt haben. Wie fast alle Kanadier und Amerikaner, die hier in Südkorea leben, sind diese als Englischlehrer in koreanischen Schulen beschäftigt um dem koreanischen Bildungssystem, welches massive Probleme mit der Vermittlung der englischen Sprache hat, Entwicklungshilfe zu leisten. Am Rande sei erwähnt, dass die österreichische Abordnung unter meiner Person den Amis und anderen Nationen an dem Abend die Grenzen im Wuzzeln (Anm. d. Red.: Tischfußball)aufzeigte.

Am nächsten Tag stand weiteres Sightseeing auf dem Programm. Neben 2 Shoppingcenterbesuchen waren unsere weiteren Ausflugsziele der Busan Tower, die Hafengegend von Busan (5. größter Hafen weltweit mit Jahresumsatz von 12 Mio. TEU) und der Jagalchi Fischmarkt.
Der Busan Tower, welcher über den Hafen von Busan ragt, bot einen wirklich einzigartigen Ausblick, vergleichbar mit dem Seoul Tower, nur dass die Fenster um einiges sauberer waren ;)




Am letzten Tag unseres Ausflugs nach Busan besuchten wir einen weiteren Strand, den Haendae Beach, gefolgt von einer Wanderung am Dalmaji (moon-viewing) Road entlang der Küste durch einen Pinienwald.
Danach gings ein weiteres Mal in eine große Tempelanlage, wo zu unserer Überraschung sogar ein Feuerwehrauto mitten im Tempel anzutreffen war. Aber Entwarnung, es gab kein Feuer!... Als krönenden Abschluss unseres 3tägigen Abenteuers in Busan gönnten wir uns noch einen Spabesuch, welcher sich in Korea großer Beliebtheit erfreut und sogar landesweit 24 Stunden geöffnet hat. Die Rückreise nach Suwon traten Roberto, Ivan und ich im Highspeedtrain KTX an, welcher eine Spitzengeschwindigkeit von über 300 km/h erreicht.














Da wir in einigen Tagen unsere Midterm Exams schreiben, werden wir uns jetzt dem Lernen (Logistik, Economics) widmen. Wir melden uns dann nach den Prüfungen wieder wie es uns dabei ergangen ist bzw nach dem China-Trip.

Sonntag, 11. April 2010

Von Sandstürmen, Austrian complaining spirit und freudig erwartetem Besuch

Nach dem zwei weitere Wochen ins Land gegangen sind, wird es wieder einmal Zeit für eine Aktualisierung. Zu Beginn möchte ich (Sebi) ein paar Worte übers Wetter verlieren: Seit unserer Ankunft in Südkorea haben wir so ziemlich alle Wetterphänomene mitgemacht auf die man Korea überhaupt treffen kann. Begrüßt wurden wir wie zu Beginn einmal erwähnt von einem frühlingshaften Tag mit 16 Grad, nur um dann am nächsten Morgen gleich einmal mit einem Temperatursturz von mindestens 10 Grad konfrontiert zu sein. Und genauso eigenartig wie der Beginn generierten sich auch die nächsten Wochen: Wir erlebten Schneestürme, Eiseskälte, Nieselregen, mittelstarken sowie strömenden Regen, Sturmböen, ein bisschen Sonnenschein und zu guter Letzt auch noch einen Standsturm. Ja ganz recht, einen Sandsturm. Und nein, es ist hier nicht von Dubai die Rede! Dort wäre ein Sandsturm ja durchaus erwartbar gewesen. In Suwon aber ist man dann schon etwas überrascht wenn sich der Himmel in ein merkwürdiges Orange färbt und das Atmen sich etwas schwieriger gestaltet.



Schlagartig geändert haben sich die seltsamen Wetterkapriolen erst als Carmen samt Freundin Elke aus der Heimat eintrafen. Die Zwei brachten nämlich das schöne Wetter aus Österreich (wo laut übereinstimmenden Zeugenberichten zufolge, zur Zeit unserer Schneestürme wunderbarstes Frühjahrswetter herrschte) mit. Das war natürlich nicht der einzige Grund warum ich mich sehr über den Besuch gefreut habe. Um den beiden innerhalb von möglichst kurzer Zeit einen guten Eindruck von Korea vermitteln zu können wurde ein Hardcore-Sightseeing-Programm abgespult. Zu Beginn stand der Pflichtbesuch der beiden großen Shoppingvierteln Myeong-dong und Dongdaemun. Hier ein Foto ganz speziell für unseren Jürgen, welches ihm hoffentlich ein bisschen über die bisher doch sehr verkorkste Frühjahrssaison seiner Lieblinge hinwegtrösten kann:



Die Verkäuferin konnte mir allerdings auch nicht erklären warum in einem südkoreanischen Einkaufstempel Fanutensilien eines österreichischen Vereins verkauft werden. Der nächste Tag stand dann im Zeichen einer Erkundung eines älteren Stadteils von Seoul wo man die traditionellere Bauweise sowie eine Universität für nordkoreanische Studien entdecken konnte. Als Möglichkeit für einen anschließenden Master hab ich dieses Studium gleich hinter technischer Mathematik und vergleichenden Religionswissenschaften auf Rang 3 gereiht ;)





Eines der großen Highlights dieser Woche war aber mit Sicherheit der Freitag. Die Gruppe bestehend aus Peter, Birdi, Carmen, Elke und mir beschloss der größten Sehenswürdigkeit der Stadt Suwon, der Festung einen Besuch abzustatten. Bei Kaiserwetter (so bezeichnen wir monarchistisch angehauchten Österreicher einen Tag mit Sonnenschein und blauen Himmel) erkundeten wir den Rundwanderweg um das Herz Suwons, der uns zu Buddha- sowie Kaiserstatuen, toller Aussicht und alten Festungsteilen führten. Von meiner Seite eine ausdrückliche Empfehlung für diesen Ausflug weil man endlich einmal nicht langweilige, immer gleich aussehende Tempelanlagen besichtigen musste. Hier ein paar Bilder:








Danach verließ uns Birdi Richtung Dormitory um seine hartnäckige Verkühlung endlich auszukurieren. Der Rest von uns machte sich auf zu einer Bootstour auf dem größten Fluß Koreas. Am Han River hatten wir anschließend eine sehr lustige Begegnung mit den Mitarbeitern der koreanischen ÖBB, der Korail. Da beide Unternehmen scheinbar ähnlich profitabel und effizient arbeiten dürften, stellte sich deren Businesstrip als lustiger Betriebsausflug mit Chips und Trinkspielen heraus. Und da Koreaner unglaublich freundliche Menschen sind wurden wir natürlich gleich auf ein paar Bierchen eingeladen. Außerdem bestanden sie darauf eine ganze Menge Fotos mit uns gemeinsam zu machen. Der Abend klang anschließend gemütlich in der Soundfactory in Suwon aus.



Am vorletzten Tag von Carmis Besuch gings noch einmal mit einer bunten Gruppe aus Mexikanern, Franzosen, Finnen und Österreichern nach Seoul. Ziel war der dortige Tierpark gegen den der Zoo Schönbrunn sich aufgrund der schieren Größe der Anlage auf jedenfall verstecken muss. Wir buchten das Package-Ticket (dies sollte sich später noch als Fehler herausstellen) welches uns Transport innerhalb und Eintritt in den Zoo ermöglichen sollte. Um zum eigentlich Zoo zu kommen, mussten wir einen Sessellift nehmen der uns einmal zur Mittelstation brachte. Dort konnten wir dann allerhand Affen, Erdmännchen, Giraffen, Elefanten etc. besichtigen. Großer Beliebtheit erfreuten sich vor allem die Paviane und die doch etwas inaktiven Giraffen. Anschließend wollten wir unseren Ausflug zur Spitze des Hügels und zu restlichen Attraktionen fortsetzen. Allerdings stellte sich dann heraus, dass das sogenannte Package-Ticket bloß zu einer einmaligen Sessellift-Benützung bzw. zum Rücktransport mit einem Bummelzug berechtigte. Um also den restlichen Zoo sehen zu können hätten wir also noch einmal mindestens das Doppelte drauflegen müssen. Ein Umstand der dazuführte, dass die dortigen Mitarbeiter mit etwas in Berührung kamen, dass wir den anderen Exchange Students als "Austrian complaining spirit" zu erklären versuchen. Federführend dabei war aber nicht ich (was ja meinem Naturell ganz gut entsprechen würde ;) ) sondern Sonnenschein Peter, der sich telefonisch sogar bis zum Manager verbinden ließ. Jedoch alles ohne Erfolg. So verließen wir den Ort doch etwas frustriert und mit der Drohung Peters allen anderen Menschen, die wir kennen vom Besuch des Zoos abzuraten.



Der große Abschluss unseres gemeinsamen Seoul-Abenteuers war der Besuch beim Namsan-Tower, dem Hausberg von Seoul inkl. großartiger Aussicht. Die asiatische Metropole bei Nacht war ein unvergesslicher Anblick. Danach war leider schon Sonntag und es war Zeit zum Abschied nehmen. Herzlichen Dank noch einmal für den Besuch ich habe mich wirklich sehr gefreut :) Und abschließend noch ein großes Lob an Carmi, die als überzeugte Anhängerin mitteleuropäischer Küche sich immerhin durch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch durchkostete!







Die nächste Zeit wird unser Auslandssemester (oder wie wir es liebevoll nennen: Urlaub) leider durch unnötige Mid-term exams gestört. Vor allem in Logistik wird einiges an Lernaufwand auf uns zukommen. Und ab und servus!

Sonntag, 28. März 2010

Nachdem mein letzter Eintrag schon einige Wochen her ist, melde ich mich (Johannes) einmal wieder zum Dienst.
Die Zeit verfliegt, über einen Monat ist unser Asienabenteuer jetzt alt, es kommt uns vor wie ein paar Tage...

Doch vieles hat sich getan, die Kurse wurden fixiert, Steyr hat dies mit einer tollen Wortmeldung kommentiert, erste Partys wurden gefeiert, Fussballspiele wurden gewonnen und ein toller Ausflug nacht Gyeong-Ju hat stattgefunden.

Es folgen nun ein paar Berichte über meine "Fussball-Karriere" in Korea und den Gyeong-JU Field-Trip.

Angefangen hat alles mit einem Freundschaftsspiel, das dem Trainer als Probetraining diente. Schließlich konnte ich den Trainer sofort überzeugen, und wurde erfreut in die Mannschaft aufgenommen (alle anderen Newcomer wurden nicht aufgenommen).
Eine Woche darauf folgte das erste Saisonspiel gegen die Butlers, eine Truppe die grundsätzlich nur aus Amerikanern und Engländern besteht. Diese markierten in der Vorsaison den zweiten Rang der Division 1, jedoch gelang es uns, ihnen durch einen geschlossene Mannschaftsleistung einen Punkt abzutrotzen. Zur höchsten Zufriedenheit der Mannschaft und des Trainers habe ich meine Abwehraufgabe gut erfüllt und wurde auf der vereinsinternen Internetplattform gleich zum Spieler des Tages gewählt. "Johannes Beckenbauer"... man kann auch übertreiben.
In der Folgewoche stand ein vermutlich leichter Gegner zur Debatte.(Sieg: 0:3) Die Mannschaft reiste mit einem kleinen Reisebus, nach Chunbuk, das ca. 100km südlich von Suwon liegt. Mit einer schwachen Mannschaftsleistung konnte man die 3 Punkte mit nach Hause nehmen und Platz 2 in der Tabelle erklimmen. Im Anschluss wurde in Seoul der Geburtstag von Rasmus (dänischer Teamkollege) ausgiebig gefeiert.
Zum nächsten Heimspiel begrüßten wir die Jokers, vor denen große Angst in der Mannschaft umgang. Doch diese Ängste waren zur Halbzeit mit einem Spielstand von 4:0 verflogen. In diesem Spiel schnürte sich Ji-IN das erste mal in dieser Saison die Schuhe, und belebte unser Offensivspiel mit tollen Dribblings und öffnenden Pässen. Der Endstand von 5:2 sicherte uns festigte Platz 2 in der Tabelle. Um den TeamSpirit zu stärken, statteten wir den neuen Sponsor(Naked Bar&Grill) einen Besuch ab, und ließen den Abend ruhigt ausklingen.

Im vierten Saisonspiel, fehlte ich leider wegen unseres Ausfluges nach Gyeong-JU, die Mannschaft verlor 3:1 und beklagte Schwächen in der Abwehr.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sehr viel Spaß macht hier in Korea mit dieser internationalen Truppe zu spielen.
Das Niveau würde ich auf deutsche Bezirksliga einstufen. Ein echter Glücksgriff. Die Abwehr ist sehr kompakt und ausgeglichen, im Mittelfeld agieren überwiegend Koreaner, unter anderem der überragende Ji-In, der in der zweiten koreanischen Liga spielt, und sich nebenbei die Schuhe der Spitfires schnürt. Im Angriff ist Sturmführer Morten(Dänemark) hervorzuheben, der einen Toreschnitt von 1,0 pro Spiel vorzuweisen hat. Dies ist ein Erlebnis, das immer in meinem Gedächtnis bleibt...Fussball in Korea.

Da es sicherlich einige Leute gibt, die sich nicht so für mein Fussball-Abenteuer interessieren, setze ich meinen Eintrag über den zweitägigen Gyeong-Ju Trip fort.
Gyeong-JU liegt im Süd-Osten Koreas, und ist ein bekannter Touristenanziehungspunkt. Viele Tempel, Gräber, Denkmäler und Paläste aus dem Silla Königreich (erstes bis neuntes Jahrhundert), erhalten die Tradition und Kultur in dieser Gegend.
Die Anreise ins Kolon-Hotel betrug ca. vier Stunden. (Endlich, die erste gute Matratze in Korea.)


Sofort nach Ankunft und Check-IN starteten wir unter Führung unseres Universitäts-Koordinators zum ersten Touristenziel, der Seokguram-Grotte ein Buddhisten Tempel, der am Gipfel des Berges Tohamsan circa 745 m über dem Meeresspiegel liegt.
Dieser Tempel, und der Bulguksa Tempel, der unser nächstes Ziel darstellte , wurden 1995 zum Unesco Welt-Kulturerbe erklärt. Der Bulguksa Tempel, der um ein vielfaches größer ist, als der Seokguram-Tempel(Die Knochen des Königs werden dort in einem Denkmal aufbewahrt) , war sehr "beeindruckend"meine Worte dazu: " De Tempel schaund sowieso ole gleich aus!!".


Das letzte Ziel des ersten Tages, war der Anapji-Teich, der 674 vom König angelegt wurde. In meinen Augen war dieser, der Höhepunkt des Ausfluges (kulturell betrachtet). Wär romantisch für Sebi und Carmen....


Nach einer langen Reise, einer langen Sight-Seeing Tour endete der Tag schließlich in einer langen Party....
Fast jedes Land ausser Österreich und Bayern bereitete zur Feier eine kleine Vorführung vor, aber so konnten wir uns wenigstens nicht blamieren...

Am zweiten Tag unseres Ausflugs stand die Gräberlandschaft "Cheon-Ma-Chong" auf dem Programm. Der erste Eindruck war etwas seltsam, ich wusste nicht, was es mit den großen Hügeln mitten auf dem Feld auf sich hatte. So einen großen Maulwurf wird es doch selbst in Korea nicht geben....Doch diese Hügel waren Gräber der Könige, und deren Angehörigen.


Abschließend wurde noch gemeinsam mitaggegessen, und schon erfolgte die Abreise nach Suwon.
Zusammenfassend muss man sagen, hat sich die Ajou-University mit der Gestaltung dieses Ausfluges sehr viel Mühe gegeben, für ca. 20 Euro war alles inkludiert, jegliche Speisen, Transport und sogar die Unterkunft im sehr schönen Kolon Hotel.
Wir Studenten lernten uns noch besser kennen...und dies stand wohl im Vordergrund dieses Trips...
Langer Rede kurzer Sinn, "wir haben eine tolle Zeit, gewinnen neue Freunde und machen Erfahrungen, die uns für immer begleiten werden..." Sebi: " Des is wos, des ma unsere Enkelkinder, moi erzählen, wenn ma 80 Joah oid san"

In diesem Sinne, bis zum nächsten mal...und vielen Dank fürs lesen.

Donnerstag, 11. März 2010

Englischkenntnisse - Dunkin Donuts - Alien Registration



So, jetzt sind wir schon fast 3 Wochen in Korea und haben bereits 2 Wochen Uni bzw Vorlesungen hinter uns. Da es wie berichtet mit unseren Kursen ganz gut klappt, haben wir jetzt auch ein bisschen Zeit uns die Umgebung anzusehen bzw uns auf die Suche nach Shopping Centern und Ausflugszielen in Suwon und Seoul zu begeben und Ausschau nach guten Food Courts zu halten. (ja die gibt es auch in Korea und nicht nur in Dubai ;))

Aber nun mal als Einführung ein paar Anekdoten:
Schon bald bemerkten wir, dass Englisch nicht die "Lieblingssprache" der Koreaner ist und nicht viele Personen dieser Sprache im Ansatz mächtig sind. (dabei sind folgende Personen gemeint: Taxifahrer, VerkäuferInnen, Restaurantmitarbeiter, der Großteil der älteren Bevölkerung und auch viele der "jungen" Generation also Unistudenten bzw. Schüler).
Besonders Sebastian wird sich von nun an hüten Schüler oder Studenten aus Korea um Auskunft zu fragen, da ein einfaches "Do you speak English" bei ihnen zu Angst- und Schweißzuständen, Sprachverlust und Unwohlsein führen kann bzw geführt hat. Oft muss man auch mehrere Personen, dh 10-20 ansprechen um eine adäquate Info auf Englisch zu erhalten, was auf der einen Seite Frustration unsererseits hervorrufen kann, aber dann doch wieder lustig ist. Die Kommunikation beim Bestellen von Chicken und Pork ist ebenfalls eine Herausforderung, wobei oft auch Hände, Füße und auch Geräusche/Laute Einsatz finden.

Ein Besuch im sich gleich neben dem Campus befindlichen "Dunkin Donuts" (Kaffee- und Donuts/Muffinkette) ist bei uns mittlerweile auch schon zur Tradition geworden. Vor allem dann, wenn nach dem Essen in den Restaurants das Bedürfnis nach weiterer Nahrung aufgrund der kleineren Portionen vorhanden war. Besonders diese Woche hat dieser Shop sehr guten Umsatz mit uns Studenten gemacht als es eine besondere Aktion anlässlich des 60. Geburtstages dieser Kette gab. Folgende Bilder sollen den regen Andrang veranschaulichen:

Ein weiteres Highlight dieser Woche war der Besuch des Immigration Office um uns hier als Studenten, die hier in Korea ein Auslandssemester absolvieren, zu registrieren. Was eigentlich als sehr kurzer Trip geplant war, artete sprichwörtlich in eine studenlange Warte-Odysee a la "Bürokratie Österreich/Deutschland" aus. Nach insgesamt 2,5 Stunden Warten und Hin- Retourfahrt waren bald einmal 5 Stunden vergangen. Aber damit nicht genug, für einen Australier, der mit uns kam, kam es noch schlimmer: Nachdem dieser an der Reihe war und beim Beamten vorsprach, wurde ihm mitgeteilt, dass er sich beim falschen Schalter angestelt habe und ihm somit nicht geholfen werden konnte. Der Australier müsse sich bei einer anderen Reihe einordnen ... Ihr könnt euch jetzt vorstellen in welchem Gemütszustand sich der Australier Thomas alias "Chuck" befand....

Ich war der Überzeugung, dass ich in Dubai oder Österreich im Februar das letzte Mal Schnee in diesem Winter zu Gesicht bekam - ABER 1. kommt es anders, und 2. als man denkt! ;) Wir staunten nicht schlecht als uns diese Woche unser Economics Professor Soo Back Lee (der bisher nur durch Unwissen über die Einwohnerzahlen, GDP und Unemploymentrate Österreichs/Deutschlands glänzte) wie das Orakel von Delphi prophezeite, dass es an besagtem Tag schneien solle. Und diesmal behielt er Recht und es schneite wirklich ca 5 cm bei uns am Campus bzw in Suwon. Besonders die Exchangestudents aus Exotenländern wie Mexiko, Indonesien, Malaysia und Kamerun waren sprichwörtlich entzückt über diese ihnen völlig neue Situation.

Mittlerweile sind wir 3 auch stolze Besitzer zweier koreanischen Handys. Aus diversen Gründen hat sich der Kauf verzögert bzw konnte erst jetzt getätigt werden. Speziell mein (Peter) und Birdis Kauferlebnis wurde durch eine mehrstündige Wartezeit getrübt (vgl Immigration Office). So gab es bei Birdis Kauf (der sich übrigens ein Handy mit Sebi teilt) Probleme mit dem Reisepass (Anm. d. Red.:obwohl dieser neu ist) und musste daher 2h ausharren, ich musste 1,5h auf die Registrierung warten, wobei die Kommunikation mit den Verkäufern sich ebenfalls als sehr zäh herausstellte und 5 Mitarbeiter nötig waren um eine einigermaßen verständliche Kommunikation zwischen uns zu ermöglichen. Im Nachhinein kann ich über die Wartezeit hinwegsehen, da ich einen Rabatt aufgrund der langen Wartezeit heraushandeln konnte. :)

Und ab und servus! ;)

Montag, 8. März 2010

Kurse, Kurse, Kurse, Bier

Mittlerweile haben wir uns bereits etwas eingelebt und die ersten größeren Probleme vor allem mit der Unterkunft sind überstanden. Wir konnten unsere Hauptaufmerksamkeit also dem widmen, was auch irgendwie eine Rolle spielen sollte in einem Auslandssemester: Die Kurse! Gegenüber unserem ursprünglichen Learning Agreement konnten zwei von uns (Peter und ich)innerhalb der regulären Kursregistrierungsfrist immerhin Operationsmanagement belegen, während Birdi nicht einmal diesen Kurs bekam. Da für die koreanischen Studenten, diese Frist bereits 2 Tage früher begann, war vieles Interessantes leider schon vergriffen. Außerdem hatten die chinesischen Kommilitonen natürlich auch noch den Zeitfaktor auf ihrer Seite. Kurz zusammengefasst von 5 Kursen konnten wir einen belegen, zwei waren überfüllt und zwei wurden überhaupt nicht mehr angeboten. Das bedeutete es lag an uns mittels einer organisatorischen Meisterleistung doch noch eine vernünftige Anzahl an sinnvollen Kursen zu belegen. Bereits vor der course changing period gelanag es uns in Principles of Economics sowie einem Logistics-Kurs unterzukommen womit schon einmal ein großer Brocken aus dem Weg geräumt war.

Schließlich war er dann da, der 6. März 2010! Ab Mitternacht - so wurde uns erzählt - sollte die Website freigeschaltet und eine offizielle Registrierung möglich gemacht werden. Um ein erfolgreiches Anmelden zu gewährleisten, verließen wir die Feier des Friendsclubs bereits um 23 Uhr. Gut, ein besonders großes Opfer war das nicht, da dieser halblustige Verein ein viel zu kleines Lokal angemietet hatte und das Programm ohnehin nur aus Kindergeburtstagsschlagern wie "Wer tanzt am peinlichsten auf der Bühne" (gewonnen hat übrigens eine Deutsche ;)) oder ähnlichen Unterhaltungshöchstleistungen bestand. Im Dormitory angekommen warteten wir dann bis zwei Uhr früh ohne Ergebnis und stellten uns den Wecker dann auf jede volle Stunde um in jedem Fall die Ersten zu sein. Wie das Leben so spielt ging die besagte Registrierung-Homepage um 11:50 online! Die Nachtwache war also nicht gerade von Erfolg gekrönt.

Trotzdem können wir zum Abschluss vermelden, dass wir nun in allen relevanten Kursen teilnehmen können. Einzig Birdi muss sich noch mit Operationsmanagement herumschlagen, wobei wir auch in dieser Angelegenheit optimistisch sind. Apropos Optimismus: Mit einem Zimmerkollegen wie Peter können selbst grundsätzliche "Das-Glas-ist-eher-halbleer"-Menschen wie ich nicht anders als alles etwas positiver zu sehen. Außerdem hat er es geschafft, dass Birdi mittlerweile nur mehr jeden dritten Tag vom heimischen Schweinsbraten redet und dem koreanischen Essen auch seine guten Seiten abgewinnt. ;)

Kurz noch etwas zu unserem Kurs "Beginning in Korean Language": Ich denke ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte:



Ein System, das uns etwas an der Sinnhaftigkeit dieses Kurses zweifeln ließ. Immerhin haben wir mittlerweile schon ein paar Vokale gelernt. Besonders beliebt sind wir übrigens beim Professor Soo Back Lee, unserem Vortragenden für Economics. Er glänzt zwar mit Unwissenheit über Bevölkerungszahl und Fläche Österreichs ("I am pretty sure that there live more people in Austria than in Korea - Anm.d.Red.: Korea hat um die 50 Millionen Einwohner! ;) ) und versucht die deutsche Wirtschaft schlechter zu machen als sie ist ("In European countries like Germany unemployment rate is higher than 10 %) aber im Allgemeinen freut er sich sehr über unsere Anwesenheit.

Und damit nicht der Eindruck entsteht wir führen ein Leben wie die Einsiedler, zum Schluss noch ein paar Eindrücke von der Gegend rund um die Uni bei Nacht. Aus irgendeinem Grund wird von den Koreanern gern versucht deutsche Bierkultur zu imitieren.













Kleine Anmerkung zum Schluss: Dieser 3 Liter-Krug kostet in Korea ganze 7,5 Euro ;) Und ab und servus!

Donnerstag, 4. März 2010

Seoul Tour, Fussball und sonstiges...



Nachdem Sebi und Peter schon ausführlichst über unsere ersten Tage berichtet haben, obliegt es nun mir dem bayerischen Vertreter ein paar Worte über die aktuelle Lage, über die am Samstag (27/02/2010) stattgefundene Seoul Tour und über mein erstes Fussballspiel zu verlieren.

Nach unseren Anfangsschwierigkeiten haben wir uns jetzt eigentlich ganz gut eingelebt, die Zimmer sind "bewohnbar", die Leute sind nett, und Tag für Tag erfahren wie neues, was uns ein Leben lang begleiten wird...
Auch die Kursprobleme scheinen sich mehr und mehr zu lösen, wir dürfen nun offiziell an 3 bzw. 4 Kursen teilnehmen.

Als Bayer musste ich ebenfalls einen kleinen Kulturschock erfahren: leider kein Hofbräuhaus, kein Schweinebraten, und kein FC Bayern live...doch gibt es sehr faszinierende, imposante Bauten und andere Sitten hier im weit entferntem Asien.

Ich werde jetzt ein wenig über unseren Ausflug in Seoul berichten, der für uns das Interesse dieser fremden Kultur geweckt hat.
Nach der ca. einstündigen Anreise von Suwon nach Seoul, begann unsere Tour in einem alten, traditionellem, koreanischen Dorf, man durfte dort eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen, oder sich etwa versuchen, die altkoreanische Schrift mit Pinsel nachzu"zeichnen". Wie man auf folgendem Bild sehen kann, ist es mir doch gut gelungen oder? "Der Frühling bringt das Glück"



Das Highlight der Tour war der so genannte "Gyeongbokgung-Palast", dieser ist der größte Palast in Seoul. Bis zum Ende des 17Jhd. residierte der König in diesem tollen Bau. WIr hatten etwas Glück mit der Zeitwahl, da an den darauf folgenden Tagen die Unabhängigkeit Koreas gefeiert wurde, und daher viel geboten war. Beispielsweise wurde die traditionellen Kleider der Königs-Leibwächter präsentiert.




Des weiteren haben wir in Seoul alte Tempel besichtigt, gebummelt und gemeinsam mit unsere koreanischen Freunden abendgegessen. Die Abreise erfolgte mit U-Bahn und Bus...alleine wären wir in dieser Stadt verloren, alles ist so enorm groß, und die koreanischen Schriftzeichen tragen auch noch ein bisschen zu unserer Verwirrung bei.


Etwas bayerisches konnte man jedoch am Montag in Chang Dong beobachten, wie eins Kaiser Franz Beckenbauer organisierte ich meine Abwehr in meinem ersten Fussballspiel in Korea. Nach aufwendigen Wegbeschreibungen haben wir letztendlich doch das Fussballfeld in Seoul gefunden. Obwohl es ein Freundschaftsspiel war, wurde uns nichts geschenkt, die gegnerische Mannschaft war sehr ballsicher und eingespielt, wenn ich meinen Trainer richtig verstanden habe, sollte es eine Mannschaft der 3.koreanischen Liga gewesen sein. Meine "internationale" Mannschaft ist gerade in die erste Studentenliga Koreas aufgestiegen und steht am kommendes Wochenende vor dem ersten Saisonspiel der first Division. Letztendlich mussten wir uns mit einem 7:7 Unentschieden und stark schmerzenden übersäuerten Oberschenkeln zufrieden geben.
Die Rückreise nach Suwon verlief ereignislos....



In diesem Sinne "hatte die Ehre" freue mich wenn ihr weiterhin unseren Blog besucht!

Samstag, 27. Februar 2010

Ankunft, Unterkunft, Zukunft

Die heutigen Zeilen widmen sich der Ankunft in Korea, den ersten Eindrücken unserer Unterkunft sowie der Uni. Wie schon im letzten Blog angekündigt waren wir mit dem Airbus A380 unterwegs. Für mich (Sebi) als Nicht-Technik-Freak war der Unterschied bei der Innenausstattung zur Boeing 777-300 kaum erkennbar. Alles war noch etwas neuer, das Entertainmentcenter mit neuesten Blockbustern wie Surrogate, the Stepfather oder Case 39 war noch etwas umfangreicher und die Klimaanlage leider Gottes um einiges kühler. Grundsätzlich bieten die Emirates-Airlines aber eine tolle Qualität und wir waren uns einig, dass diese Flüge ein Erlebnis waren.



Nach zwei Mahlzeiten, zwei Stunden Schlaf, zwei Filmen und einem Servicepackage mit Zahnbürste, Schlafmaske bzw. Socken (!)kamen wir schließlich am Incheon-Airport an. Da lagen bereits 8,5 Stunden Flug hinter uns. Dort wartete schließlich bereits der Pick-Up-Service auf uns. "Oh sehr nett, die haben ihre kleinen Schwestern vorgeschickt!" war dabei einer der ersten Gedanken als wir die Empfangsdelegation erblickten. Tatsächlich waren die Mädchen bereits 20-23 Jahre alt. ;) Mit Bus und Taxi begaben wir uns anschließend auf die Reise nach Suwon zu unserem Quartier (headquarters).

Dort angekommen bezogen wir unser Zimmer: Ein 25 m2 Raum, der den Charme einer albanischen Vorstadt-Baracke verströmte. Dreckig, staubig und halb kaputt wären drei sehr passende Attribute. Einer der Schränke war so wackelig, dass er beinahe auseinander fiel als wir nur die Tür öffneten. Anbei ein paar Bilder, die das gesamte Ausmaß der Tragödie aber unmöglich abbilden können:







Nach einer ersten mehr als schlaflosen Nacht besannen wir uns auf unsere Herkunft als Logistiker. Und das bedeutet die Optimierung einer jeden auch noch so unmöglich scheinenden Situation :) Also gingen wir zur Heimkoordinatorin, welche uns auf unsere Beschwerde hin eine freundliche lachende aber eher unkoordinierte Putzfrau sowie einen desinteressierten Handwerker schickte. Dieser fixierte zumindest den wackeligsten Kasten und brachte die Internetverbindung zum Laufen. Nächster Schritt waren einige Investitionen in vernünftige Decken, Polster, Putzutensilien, Geschirr und ein paar Blumen fürs Raumklima. Danach verbrachten wir gute 3 Stunden um den Raum auf ein halbwegs hygienisches Niveau zu bringen. Nach getaner Arbeit fühlten wir uns gleich um einiges heimischer. Anbei noch ein Foto von unseren höchst männlichen Decken:



Die nächsten beiden Tage standen im Zeichen von so genannten Orientationdays wo uns der Campus, das Kurssystem und die Ajou University etwas näher vorgestellt wurden. Einzig die derzeit für uns noch nicht erhältlichen Kurse machen noch etwas Sorgen aber wir sind zuversichtlich, dass wir in der Nachfrist ("course changing period") noch ausreichend Vorlesungen zugewiesen bekommen. Auch die erste kleine Welcomefeier mit den koreanischen Gastgebern und anderen Incomings stand am Programm. Die beste Nachricht folgt zum Schluss: Koreanisches Bier ist durchaus trinkbar und nicht besonders teuer :) Das wars fürs erste einmal wieder und zum Schluss gibts wieder das in diesem Auslandssemester unvermeidliche: Und ab und servus!